diesmal: .. THAYA & DYJE
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Text: Franz Meister
Fotos: Nadja Meister
Vom sogenannten Butterfassturm kann sie auch nicht gesehen werden.. die Thaya, jener Fluss dem die Stadt Laa einen Teil seiner Namensgebung verdankt.
Das war nicht immer so. Als Enea Silvio Piccolimini, der spätere zu Papstehren kommen sollte, noch seinen Lebensunterhalt aus Pfründen der Pfarrgemeinde Laa an der Thaya bestritt, war die Gegend eher von Sümpfen geprägt. Das hat den Enea zum Vergleich der Stadt mit Venedig verleitet haben. Liegt Venedig im Meer, befindet sich Laa im Kot. Das war nicht wirklich schmeichelhaft. Die Stadt befand sich in einer sumpfigen Ebene, die gerade dort einen halbwegs sicheren Übergang über die Thaya bot. Grund genug gerade an dieser Stelle eine Siedlung und später eine Stadt entstehen zu lassen. So ein markanter Ort, als Handelsplatz zwischen den mährischen Ländern und dem Erzherzogtum unter dem Manhartsberg braucht auch eine veritable Stadtmauer und selbstverständlich auch eine Burg. Von dieser ist der nunmehr als Butterfassturm bezeichnete Bau übrig. Der Turm, um den es hier geht, hat einiges mit der Thaya zu tun. Dort befand sich ein Bauwerk zur Regulierung des Wasserstands in den Gräben um die Stadtmauer.
Steile Stufen müssen überwunden werden um die Aussicht zu genießen. Das Bauwerk wurde zigfach umgebaut. Nun „erstrahlt" es nach einer in den letzten Jahren durchgeführten Renovierung. Erklimmt man/frau die Stufen, so sind an den Mauern Zeichnungen und Fresken zu entdecken. Die sind alt, aber denn doch nicht soo alt, wie der Bau. Im „romantischen“ 19.Jahrhundert wurde diese Fresken angebracht.
Erst zu Beginn des 19.Jahrhundert, genau um 1832, verlor Laa den Bezug zur Thaya. Bis dahin lag die Stadt an der Thaya. Aber mit der „Regulierung“ der Pulkaueinmündung und der Verlegung der Thaya gen Norden, ist es eigentlich vorbei mit dem „an der Thaya“.
Hochwasserschutz und die Absicht die hohen Grundwasserstände in der Stadt abzusenken, somit das Wachstum der Stadt erst zu ermöglichen, waren Grund für diese Arbeiten.
An diesen Zielen wird wohl festzuhalten sein. Die altmodische und den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechende Gerinneführung ist Gegenstand von grenzüberschreitenden Planungen zur Ökologisierung des Gewässers.
Als ich noch in Laa einen Monat lang eine Sommerschule zur Verbesserung meiner Englischkenntnisse besuchte, hatte ich noch einen Sinn für die Historie. Damals, Ende der 70er Jahre, lag Laa nahezu am Ende der Welt. Wohl gab es einen Grenzübergang, doch hinüber konnte man erst, Nadel man vorher mindestens einen Tag im Konsulat der CSSR verbrachte, um sich dort ein Visum zu besorgen. Doch was hätte ich dort drüben tun können. Nicht viel mehr als in Laa, dass sich damals als nicht wirklich empfehlenswerte Destination für Jugendliche anempfahl. Ja wir hätten die Brauerei besuchen können, doch Bier war damals noch nicht als Gaumenfreude erkannt und zudem Bier allein macht auch nicht glücklich. Von all den Reizen, die Laa eigentlich schon damals bot, wenngleich noch nicht touristisch herausgeputzt, hatte ich keine Ahnung bzw. kein Auge hierfür.
was blieb in Erinnerung. Ja, das große Rathaus aus dem ende des 19.Jahrhunderts. Und, damals in seiner Hässlichkeit so noch nicht benannte, Asphalt- und Betonwüste im den Hauptplatz. Solche schmucklosen Flächen, die dem Automobilismus geopfert wurden, gab es nicht nur in Laa, sondern als Landschaftsübel in nahe allen Städten.
Daran hat sich vielerorts schon einiges zum positiven geändert. So wohl bald auch in Laa, wo seit geraumer Zeit ein Bürgerbeteiligungsprozess im Gange ist, um letztlich eine Neugestaltung des Zentrums der Stadt auf den Weg zu bringen.
Zurück zur Thaya, die ja eher fernab der Stadt vorbeikanalisiert ist. Doch die alten Gerinne, so der vom nunmehrigen Thayamühlbach, blieben erhalten.
Damit ist Laa an der Thaya noch kein Venedig oder eine art von Weinviertler Freiburg. Venedig ist sicher kein Vorbild. Aber Freiburg im Breisgau ist mit seinem „Bächle“ eine Inspiration. Speziell in heißen Gegenden, wie dem nördlichen Weinviertel, wo Gerinne in der Stadt dazu beitragen könnten, zur Abkühlung beizutragen. Vielleicht bringt das wer in die Stadtplatzdiskussion ein und wird auch umgesetzt. Zukunftsweisend wären solche „Thayawasserspiele“ in Laa allemal.






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